Hallo liebe Kollegen,

Was für ein Timing! – Einen Tag nach seinem berechneten Geburtstermin erblickte unsere Sohn Karl das Licht der Welt.
Aber die Wehen begannen schon 23:30 Uhr am Vortag, als deutliche Ankündigung von Karls “Ankunft”.

KarlDie Fakten:

– Geburtstag:                              24.01.2015
– Geburtszeitpunkt:                  08:37 Uhr
– Gewicht:                                    3180 g
– Größe:                                        49 cm
– Geburtsort:                               Uniklinikum Leipzig
– Äußeres Erscheinungsbild:   niedlich

 23.01.2015, 23:30 Uhr – während ich noch tief und fest schlief, war Jana bereits auf den Beinen und spürte, es geht los. Am nächsten Tag gegen halb 3 Uhr morgens waren die Wehen dann schon regelmäßig und in kurzen Abständen. Ungeachtet ihres Zustands weckte mich Jana mit Gelassenheit und wir machten uns in aller Ruhe auf in die Klinik.

Gegen halb 4 waren wir dann vor Ort. Nach der ersten Untersuchung und dem ersten CTG die Diagnose “Muttermund 1 cm geöffnet und zu kurze Wehen”. Wir konnten uns entscheiden wieder nach Hause zu gehen, aber wir waren uns einig – wir bleiben hier!  Die nächsten 2 Stunden waren eine Qual für Jana – beißende Rückenschmerzen und Übelkeit, egal ob liegend, sitzend, stehend. Nach einem weiteren CTG die Diagnose “Muttermund 3 cm geöffnet” – es hieß weiterhin “Abwarten und Tee trinken”. Wir dachten bei uns “uff – na das wird heute noch ein langer Tag…”.

Es ist 6.30 Uhr – Die Schmerzen wurden immer unerträglicher und uns wurden Schmerzmittel angeboten, aber Jana lehnte dankend ab und wir drängten die Schwestern doch endlich den Kreißsaal vorzubereiten zu lassen.  Jana wurde in den Kreißsaal gebracht. Ich stand schon ein wenig neben mir und war froh mal kurz Abstand von dem ganzen “Leiden” zu nehmen indem ich unsere Sachen und mich selbst vom Ruheraum in den Kreißsaal beförderte, wobei ich mich ein wenig im Gebäude verlaufen hatte. Ungewollt, aber mir kam es gerade recht. So konnte ich noch etwas Abwesenheitszeit zum durchatmen schinden :-)

Nach 7.30 Uhr – Dann ging alles recht schnell. Der Muttermund war 6 cm geöffnet, der Kreißsaal sammelte sich mit Fachpersonal und ein jeder nahm seine Position ein. Ich nahm auch meine Position links neben Jana ein und tat mein Bestes indem ich einfach ihre Hand und meine Klappe hielt.

Irgendwas um 7:45 Uhr – Es ging los und die nächsten 45 Minuten hieß es Stellungswechsel – Atmen – Pressen. Ich atmete mit, und was von außen betrachtet als Hilfestellung für Jana diente (was Anfangs noch der Fall war), machte ich im weiteren Verlauf eigentlich vielmehr für mich, um mich selbst zu beruhigen. Klingt blöd, war aber so und für mich in dieser Situation das beste Mittel um die psychische Belastung zu kompensieren – wenn jemand den du liebst leidet und du in diesem Moment praktisch nichts tun kannst. Karls Herztöne veränderten sich und er musste nun schnell raus. Zum Schluss zerrte die Hebamme von unten und der Oberarzt drückte von oben auf den Bauch. Platsch, dann war er endlich draußen und ich durfte die Nabelschnur durchschneiden – schnipp-schnapp.

Da lag er nun, nackt und unbeholfen. Er öffnete nach wenigen Minuten die Augen, erst das Eine und wenig später das Andere. Es schaut dich an –  erst jetzt realisierte ich ernsthaft seine Existenz. Wir waren froh und erstaunt zugleich. Froh – dass er gesund und munter ist. Erstaunt – über das Wunder des Lebens und dass dieses Geschöpf gerade eben noch und 40 Wochen lang in einem Bauch drinnen steckte. Gänsehaut.

Weder kann er sich ausweisen, noch hat er vorab einen schriftlichen Vertrag über seine Rechte und Pflichten mit uns abgeschlossen. Trotzdem wissen wir, dass er nun zu uns gehört, wir für ihn sorgen und wir ihn mit Hingabe aufziehen werden. Warum? – Ganz einfach. WIR HABEN IHN SEHR LIEB!!!


 

Der weitere Plan. Heute komme ich bis Mittag auf Arbeit. Ab Dienstag kommt Jana aus der Klinik, von da an möchte etwas Zeit mit meiner Familie verbringen und eine Woche Urlaub machen.

GLG, Stefan

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Mit freundlichen Grüßen
 
Stefan Ludwig-Schindler
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