Hi Team,
die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden: Ich lebe. Und mir geht's gut.
:)
Nein, Ernst beiseite.
Nachdem die OP auf den Mittwoch verschoben wurde und mich das Krankenhaus am vergangenen Freitag Morgen offenbar nur einmal oder zweimal zu erreichen versucht hatte, während ich mitten in meinen Vorbereitungen (aka Einkauf) zur großen Metall-Abschlussparty steckte, wurde ich also Montag wieder weg geschickt.
Am Mittwoch dann das morgendliche Déjà-vu mit 4 Uhr aufstehen und 5:30 Uhr vom Kumpel zum Krankenhaus gefahren werden, damit ich mich pünktlich 6 Uhr auf der Station einfand. Nur um dann bis 12 Uhr im Gang zu warten... seit 18 Uhr am Vortag nüchtern... mit einem Schluck Mineralwasser beim Aufstehen.
Etwas überrascht war ich dann, als ich ein Einzelzimmer bekam - eher zufällig, weil alle anderen Zimmer belegt waren. Leider befand sich das direkt neben der Stations-Eingangstür, die nur über Tür-Öffner alle paar Sekunden laut summte und klickte. Doch auch hier spielte mir das Schicksal mit, denn genau diese Tür-Automatik ging in der Nacht von Dienstag auf den Mittwoch kaputt.
14:29 Uhr kam ein Arzt ins Zimmer gestürzt... wo ich denn bleiben würde, ich wäre vor einer Stunde vom OP bestellt worden. Doch ich wusste von nichts und hatte nichtmal mein OP-Kleidchen oder eine Flexüle... das holte er dann noch persönlich und schimpfte laut über die Schwestern und dass das Konsequenzen haben würde. Die Leck-mich Pille blieb dann auch noch am Becher-Boden kleben und zum bloßen Runterschlucken war sie zu bitter... also holte er fix einen neuen Becher... das ging ja gut los.
Im OP-Vorraum warteten tatsächlich alle nur auf mich und ich wurde dieses Mal weitaus ordentlicher wenn auch hektischer abgefertigt. Alle redeten mit mir, stellten letzte Fragen, ich bekam eine Sauerstoff-Maske, mir wurde ins Detail erklärt, was was ist und mit Ankündigung des Morphiums zog sich alles in die Lääänge, bis mir gesagt wurde, dass jetzt die Narkose eingelei
Herr Zinke, Herr Zinke; rief es von links und rechts, als ich langsam aus einem Traum erwachte. Leider weiß ich mehr, was ich geträumt habe, aber geträumt hatte ich beim letzen Mal definitiv nicht.
Ich verbrachte ca. 15 Minuten im Aufwach-Raum, gleich durchcheckend, ob noch alles dran und bewegbar ist. Passt.
Der Wundschmerz war diesmal weitaus erträglicher, so dass ich nichtmal mein Schläfchen nach der Narkose benötigte.
Heute Morgen wurde bereits der Verband geöffnet, doch ich finde eher dass das ein Fehler war, denn augenblicklich fing es aus allen Nähten an mit bluten. Leider haben sie diesmal keine Tackerklammern verwendet. Schade eigentlich. Blöde Nähte.
Nun ja, heute habe ich bereits wieder die ersten Schritte gemacht und werde wohl zum Wochenende bereits entlassen.
Und endlich ist das Manchetten-Gefühl um das Knie herum weg. Ich bin befreit. Wenn auch nur 66% des Metalls entfernt wurden, denn selbst der operiernde Arzt hatte gesagt, dass die Platte an der Wade zu entfernen zu gefährlich wäre, durch die Vernarbung der Kniehöhle und den dort verlaufenden (verschobenen) Gefäßen und Nervenbahnen.
Wie ich mir von Anfang an gewünscht habe, hat genau der mit seinem jugendlichen Charme glänzende, immer lächelnde Prof. Hep aus den früheren Tagebuch-Einträgen sein Werk zuende geführt und persönlich das Metall entfernt. Tolle Arbeit. Er nahm sich sogar die Zeit heute kurz vor einem Meeting auf dem Gang mit mir zu sprechen. Er war ebenfalls überrascht, wie gut sich mein Knie entwickelt hatte.
Das Metall habe ich samt Schrauben in einem kleinen Plastebeutel mitbekommen. Sieht sehr unspektakulär aus - wie bronzierte Platten aus dem Baumarkt - ich hatte mir das edler vorgestellt.
Bis die Tage, euer Stehaufmännchen.
Carsten
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